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    Von meiner Traumstadt und diversen Alpträumen...

    28. November 2007

     

    Bevor sich der November nun gänzlich seinem Ende zuneigt, sollte ich dann doch noch mal bloggen, damit keiner behaupten kann, ich würde mich höchstens einmal im Monat melden.

     

                Aaaalso, was ich im letzten Eintrag ganz vergessen hatte zu erwähnen: Anfang November ist Valentina, die neue Mitbewohnerin eingezogen. Wohne nun also mit Vale und Ale zusammen Smile Valentina ist supernett, bei weitem nicht so unordentlich und chaotisch wie Alessia, hat Französisch studiert, lernt gerade Business Englisch, und unsere Tagesabläufe sind so unterschiedlich, dass wir uns nie im Bad in die Quere kommen. Was kann man mehr wollen von einer Mitbewohnerin? Naja, z.B. dass sie kurz nach dem Einzug ganz viele sehr nette Leute zu ihrem Geburtstag einlädt und auch noch für die ganze Mannschaft kocht. Fazit: Es lebt sich (trotz allem) gut in der Via Naccherino.

                Und es gibt noch eine wichtige Neuigkeit: Ich kann jetzt glücklich sterben. Ja, meine Lieben, ich habe Florenz gesehen. Die Stadt meiner Träume. Und es war toll. Einfach. Nur. Toll. *seufz* Da Martina und ich ja leider, leider an diesem Freitag im November an einem Einführungskurs für Fremdsprachenassis teilnehmen mussten, und dieser nun leider, leider ausgerechnet in Florenz stattfand, beschlossen wir einfach mal spontan, die Schule Schule sein zu lassen und uns ein langes Wochenende im Geburtsort der Renaissance zu gönnen. Nach 3,5 Stunden Zugfahrt kamen wir an, suchten unsere (sehr zentral gelegene) Jugendherberge und unternahmen einen lässigen Spaziergang zum Dom und zum Ponte Vecchio. Als ich nun endlich vorm Dom von Florenz stand, passierte mir einer dieser seltenen Momente, in denen es einem tatsächlich die Sprache verschlägt. Manchmal muss man einfach den Mund halten und nur gucken und staunen, was die Welt doch zu bieten hat.

                Der gesamte nächste Tag bestand aus mehr oder weniger interessanten Vorträgen mit mehr oder weniger wichtigen Infos. Die angekündigten zwei Stunden „group work“ bestanden zudem aus Rumsitzen, während sich einer nach dem anderen vorstellte. So sieht also italienische Teamarbeit aus. Aha. Naja, immerhin schleuderte die zuständige Frau am Ende ein paar interessierte Fragen in die Runde:

    -         „Wer von euch hat denn schon eine eigene Stunde geben dürfen?“

    -         „Ähm…EINE??? Also ich gebe seit Mitte September 15 Stunden die Woche in Eigenregie. Wenn ich Glück habe, sitzen die Lehrer brav daneben und hören zu. Wenn nicht, gehen sie mal eben 45 Minuten lang „fotokopieren“…“

    -         „Ach, wirklich? Die Lehrer dürfen euch aber auf keinen Fall mit der Klasse allein lassen!“

    -         „So? Das sollten sie denen vielleicht mal erklären.“

    Und so weiter und so fort.

                Nun ja, das Gute an dieser ganzen Aktion war, dass ich ganz viele liebe, nette Fremdsprachenassis aus ganz Europa kennen gelernt habe, darunter Stine und Julie aus Dänemark, mit denen wir den Rest des Wochenendes verbracht haben, und Anja, Marion, Sarah und Nishanti aus Deutschland, die mir auf Anhieb alle sehr sympathisch waren und mir somit gleich ein paar neue Studivz Freundschaften beschert haben Smile Die einzige Teilnehmerin, die einen negativen Eindruck auf mich hinterlassen hat, war eine Engländerin, die bereits ein Erasmus-Jahr in Italien verbracht hatte und fortan alle mit ihren Italienischkenntnissen erschlagen musste. Es passiert mir sehr, sehr selten, dass jemand mir auf Anhieb unsympathisch ist, aber in diesem Fall konnte ich einfach nicht anders. Ich weiß nicht, ob ihr Menschen kennt, die mit ihrem Ego einen ganzen Raum füllen können und bei Gruppenarbeit mit ihrer ganzen Mimik und Gestik und in all ihren Äußerungen immer nur „ICH, ICH, ICH!!!“ zu schreien scheinen, aber wenn ihr euch so was vorstellen könnt, habt ihr eine Ahnung von Karens Charakter. Zu allem Unglück war sie natürlich auch noch in unserer Jugendherberge untergebracht, wo sie Martina und mir ca. 2 Sekunden nach der Begrüßung klarmachte, was sie von uns hielt:

    -         „Hey! Das ist ja toll, dass ihr auch Comenius-Assistenten seid! Wo haben sie euch denn hingeschickt?“

    -         „Wir unterrichten beide in Neapel.“

    -         „Oh… Oh mein Gott, das tut mir leid. Mich haben sie ja zum Glück nach Verona geschickt. Ich hab auf dem Formular extra angegeben, dass ich nicht in eine große Stadt wollte, weil ich wusste, dass sie mich dann nach Neapel schicken. – Schrecklich, diese Stadt!“

    -         „Warste schon mal da?“

    -         „Nee, aber was man so hört…“

    bla bla bla blub. Ein Klischee nach dem anderen. Also von einer Ex-Erasmus-Studentin hätte ich echt mehr kulturelle Offenheit erwartet.

    1.)    Nur wer schon mal in Neapel gelebt hat, darf auch drüber ablästern.

    2.)    Während ihr euch im noblen Norden den Arsch abfriert, sitzen wir hier im November noch lässig im T-Shirt herum. Ätsch.

    Zum Glück ist die Gute am nächsten Morgen schon abgereist. Ansonsten hätte ich sie wahrscheinlich irgendwann im Schlaf erwürgen müssen.

                Das restliche Wochenende verbrachten wir, wie sich das gehört, in ausgezeichneter (sehr internationaler) Gesellschaft mit Sightseeing und Shoppen. Unter anderem haben wir die Domkuppel erklommen (alle 463 Stufen!) und der Blick von oben über die Dächer von Florenz hat mir zum zweiten Mal an diesem Wochenende die Sprache verschlagen. Herrlich! (siehe Fotos) Sollte ich jemals reich genug sein, kaufe ich mir ein Haus in der Toskana. Tja, und den Rest des Tages haben wir auf dem Markt verbracht, wo Martina und ich auch unser gesamtes Monatsgehalt gelassen haben. Und das, obwohl wir wahnsinnig dreist die Preise runtergehandelt haben. Naja, jedenfalls bin ich jetzt stolze Besitzerin eines lila-farbenen Zylinders. Noch Fragen?

                Leider wirkte sich die Kombination aus zu wenig Schlaf, zuviel gutem Rotwein und zu kaltem norditalienischen Klima letztendlich negativ auf meine Gesundheit aus, sodass ich extrem erkältet in die nächste Woche startete. Doch ein strebsamer Junglehrer weiß auch dies zu seinem Vorteil zu nutzen, und so hieß das Thema meiner ersten Stunde: „At the doctor’s“ und die Kleinen durften ein paar Dialoge schreiben und aufführen. Schule an sich läuft übrigens in letzter Zeit sehr gut. Keine Ahnung, woran es genau liegt, aber ich merke doch, dass es sehr wenige Tage gibt, an denen mir das Lehrerdasein zum Hals raushängt. Die meiste Zeit macht mich das Unterrichten sehr glücklich – vor allem in den jüngeren Klassen, mit denen ich mich immer besser verstehe. Nächsten Montag darf ich sogar mit meiner Lieblingsklasse morgens ins Musical: „Footloose“. Bin mal gespannt, was das abgibt. Noch bin ich nämlich (zu meiner großen Schande) nicht ein einziges Mal in Neapel im Theater gewesen. Wollen wir hoffen, dass sich die Klasse benimmt, damit ich in Zukunft möglichst viele Gruppen begleiten darf (d.h. weniger Stunden vorbereiten und kostenlos ins Theater!). Drückt mir bitte die Daumen…

                Was gibt’s sonst Neues zu berichten? Letztes Wochenende habe ich eine ganze Reihe sehr interessanter und intelligenter Amerikaner kennen gelernt (- ja, so was gibt’s tatsächlich). Nathan (aus Seattle) arbeitet nämlich an derselben Schule wie Martina als Sprachassi und hatte uns alle zu sich ins Viertel Bagnoli eingeladen. Er hat gerade seinen Abschluss in europäischer Geschichte erworben und für sein Jahr in Neapel ein Stipendium der Fulbright-Kommission bekommen, genau wie Kim und Aitana, die ich auch am Sonntag kennen gelernt habe. Aitana (30) ist Hispano-Amerikanerin (sagt man das so?), arbeitet an einem Kunstprojekt zum Thema „Tod“ und hat somit uneingeschränkten Zugang zu allen Fundobjekten und Gipsgüssen aus Pompeii. Sie ist außerdem mit Arthur zusammen, einem Fotografen, der übrigens 65 ist (und laut Nathans Theorie bestimmt mal ihr Dozent war Wink). Er arbeitet gerade an einer Fotostrecke zum Thema „Müll“. – Na, die beiden haben sich die richtige Stadt ausgesucht! Die letzte im Bunde ist Kim, die gerade ihr Italienisch- und Französischstudium in den USA abgeschlossen hat und jetzt an einem Projekt zur Erhaltung und Wiederbelebung der Kulturgüter Neapels arbeitet. Mit ihr habe ich mich sehr gut verstanden und sie wohnt nur ein paar Straßen von mir entfernt in Vomero, also werden wir in nächster Zeit wahrscheinlich mehr miteinander zu tun haben. Morgen begleite ich sie jedenfalls an die Uni, wo wir uns illegal in ein Seminar zur italienischen Literatur hineinschmuggeln werden. Gehe mal davon aus, dass diese Art von Illegalität in einer Stadt wie Neapel höchstens belächelt wird…

                Da natürlich kein Blog-Eintrag komplett wäre ohne ausgiebiges Jammern über meine Mitbewohner, kommt hier die nächste Folge des dramatischen Lebens der Alessia I. aus N. Diese Woche ist mal wieder Krisenstimmung angesagt, da Alessia im Dezember nicht drei sondern ganze vier Prüfungen für die Uni absolvieren muss. Schon während des Referendariats hat sie sich tierisch darüber aufgeregt, wie viel sie doch arbeiten müsse (sprich: 10 Stunden die Woche zugucken, wie andere Lehrer unterrichten). Als sie dann tatsächlich selbst eine Stunde geben musste, hat sie sich drei Tage vorher freigenommen und trotzdem noch den Stoff bis um 3 Uhr morgens vor sich hingebrabbelt. Die Frage, was sie denn gedenkt zu tun, wenn sie in ein paar Monaten tatsächlich Lehrerin ist und fünf Stunden pro Tag geben muss, konnte ich mir gerade noch verkneifen. Nun ja, jetzt ist das Referendariat vorbei und es stehen einige Prüfungen an. Nicht, dass mich hier irgendwer falsch versteht: Mir sind Uni-Prüfungen auch wahnsinnig wichtig und ich setze mich im Vorfeld unter Druck und bin in dieser Zeit bestimmt nicht die angenehmste Mitbewohnerin der Welt. Aber was mir wirklich sauer aufstößt, ist folgendes: Wenn Alessia leidet, muss die ganze Welt mitleiden. Wenn ich viel zu tun habe, ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und arbeite, was das Zeug hält. Wenn meine liebe Mitbewohnerin viel zu tun hat, verbringt sie mindestens eine Woche damit, allen zu erzählen, wie viel sie doch zu tun hat, dass sie das niemals im Leben schaffen wird und dass sie es tausendmal schwerer im Leben hat, als alle anderen um sie herum. Sie raucht noch mehr als sonst und beschwert sich dann, dass sie sich körperlich schlecht fühlt (hm…warum bloß…?). Und wenn sie dann noch ihre Tage bekommt, kann man im Prinzip gleich den nationalen Notstand ausrufen. So geschehen heute. Ich komme aus der Schule; sie sitzt, in eine Rauchwolke gehüllt, mit Davide im Wohnzimmer und starrt vor sich hin. Davide hat sich extra freigenommen, weil es ihr so schlecht geht. Okay, natürlich habe ich Verständnis für Menschen, die unter Regelschmerzen leiden. Aber

    1.)    ist mir schleierhaft, inwiefern es hilft, wenn der Freund den ganzen Tag lang daneben sitzt und Händchen hält,

    2.)    werden die Schmerzen auch nicht davon besser, dass man zu Hause rumsitzt und sich voll und ganz auf sie konzentriert. In den drei Monaten, die wir nun schon zusammenleben, hat sich Alessia bislang jedes Mal zwei Tage frei genommen, wenn sie ihre Tage bekommt. Und von dem, was Martina & Co. über ihre Mitbewohner berichten, machen das anscheinend die meisten italienischen Frauen so. Jeden Monat zwei Tage frei! Das muss man sich mal vorstellen, was das für die italienische Volkswirtschaft bedeutet!

    Gut, gut, ich hör schon auf abzulästern. Aber ab und zu muss das sein. Und wenn ich diese Dinge nicht im Internet loswerde, müsste ich sie womöglich noch an der betroffenen Person selbst auslassen. Und der Bereich zwischenmenschliche Konfrontation ist im Leben der Emily O. aus W. an der L. einfach nicht vorgesehen. Dazu hab ich einfach kein Talent.

                Zum Schluss noch ein paar Takte zum Thema Spracherwerb und Mentalitätswandel. Das mit dem Italienisch klappt natürlich immer besser, auch wenn es noch nicht so flüssig ist, wie ich das gern hätte. Außerdem haben Martina und ich gestaunt, wie leicht das florentinische Italienisch im vergleich zum neapolitanischen zu verstehen war. Naja, hoffentlich hat es am Ende den selben Effekt wie mein Québécois-Französisch: Wenn man das erstmal kapiert hat, kann einen kein Dialekt dieser Welt mehr schocken. (Aber warum suche ich mir für meine Auslandsaufenthalte grundsätzlich urkatholische Regionen aus, in denen eine Verballhornung der Landessprache verbreitet ist? Hm…seltsam.)

    Das mit dem Italienisch klappt allerdings so gut, dass meine eigentlichen Muttersprachen immer mehr ins Hintertreffen geraten. So geschehen letzten Montag, als ich Loredana fragte, ob ich einen Konversationskurs für Lehrer geben könne, weil mich einige Kollegen drum gebeten hatten. Da dies während einer Englischstunde geschah, unterhielten wir uns natürlich auf Englisch, und Loredana meinte, ich müsste die Idee erst mit dem Schulleiter abklären. Daraufhin Emmy: „Right. Okay. I’ll ask the president, and then we can arrange a time.“ Der Schulleiter heißt nämlich auf Italienisch „il preside“. Auf Englisch klingt das dann allerdings ganz schön bescheuert. (Klar, Emmy, ruf einfach mal den Präsidenten an. Der interessiert sich bestimmt für deine Aktivitäten hier in Neapel…)

    Nächstes Beispiel: Eine Schülerin verteilt während der Stunde Kuchen, da sie Geburtstag hat. Sie kommt zu Emmy und sagt in sehr schönem Englisch: „It’s my birthday!“ Daraufhin Emmy: „Oh, congratulations!“ … Bis mir mein Gehirn schließlich einen mentalen Arschtritt verpasst (Wie wär’s mit „Happy Birthday“? – Nur so eine Idee…) und mir klar wird, dass „Auguri!“ oder „Herzlichen Glückwunsch!“ nur in zwei der vier Sprachen angebracht ist, die gerade in meinem Kopf vor sich hinschwirren. *seufz*

    Und zum Abschluss noch eine kleine Anekdote aus einer meiner Oberstufenstunden: Emmy hat den Auftrag, den Schülern das Stück „Look Back in Anger“ von John Osborne schmackhaft zu machen. Obwohl sie sich beim besten Willen nicht vorstellen kann, warum sich italienische Teenager für ein englisches 50er Jahre Stück interessieren sollten, in dem ein Mann stundenlang seine Frau und seinen Mitbewohner zur Sau macht, gibt sie sich Mühe und beschließt, sich auf das Thema „Anger“ zu konzentrieren. Auf die Frage: „What makes you angry?“ antwortet nach langem Schweigen eine Schülerin (aus purem Mitleid mit der verzweifelten Fremdsprachenassistentin): „Erm…religion and the Church?“ Emmy stürzt sich dankbar auf diese Äußerung und fragt nach: „What exactly makes you angry about the Church?“ Die Antwort: „For example, they don’t accept many things…like divorce…or homosexuals.“ Um ihr Interesse zu signalisieren und die Aussage zu präzisieren, hört sich Emmy fragen: „And you think the Church should accept homosexuals?“ Daraufhin die Schülerin: „Yes, of course!“ Der Tonfall dieser Antwort spricht Bände: Was haben die uns da bloß für eine erzkonservatives Arschloch vor die Nase gesetzt?! – Und ich habe immer noch keine Ahnung, wie es passieren konnte, dass ich mich vor einer gesamten Oberstufenklasse als rückwärtsgewandte Schwulenhasserin darstellen konnte… *haut mit der Stirn wiederholt auf den Schreibtisch*

     

    In diesem Sinne: Gute Nacht! (- Sagt man doch so auf Deutsch, oder?)

    Von turbulentem Wetter, diversen Sprachkrisen und einer wunderschönen Insel

    7. November 2007

     

    Der letzte Eintrag liegt schon fast einen Monat zurück, was vermuten lässt, dass in der Zwischenzeit so einige bemerkenswerte Dinge passiert sind. Mal sehen, wie viele dieser Ereignisse ich aus meinem Gedächtnis hervorkramen kann.

                Erste Neuigkeit (und unschwer am erheblich verbesserten Layout dieses Blogs zu erkennen): Mir hoam’s Internet! Gott. Sei. Dank. Man glaubt es kaum, aber seit fast einer Woche erfreut sich die WG einer recht guten DSL-Verbindung. Ich kann gar nicht beschreiben, was das für ein Gefühl war – nach vier Monaten erzwungener Netzlosigkeit. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass ich mittlerweile auch zum absoluten Internetjunkie mutiert bin. Muss gestehen, dass ich nach Installation besagten Internetanschlusses letzten Donnerstag nicht einmal aus dem Pyjama herauskam. Habe an diesem Tag zweimal vergessen zu essen und irgendwann festgestellt, dass es 23:00 Uhr war und ich tierische Nackenschmerzen hatte. – Ups… Also, die Verbindung zur Außenwelt steht jetzt. Wer mich über eine Blog-Kommentar, über Skype, MSN, Studivz, Facebook oder ganz normal per E-Mail erreichen will, kann dies gern tun. Sollte ich dieses Mal nicht sofort antworten, heißt das also nicht, dass ich keinen Web-Zugang habe, sondern dass ich eure Fresse noch nie leiden konnte und deshalb nach Italien geflüchtet bin. Oder dass ich grad ganz viele Stunden für die kleinen italienischen Gören vorbereiten muss. Ihr dürft euch den Grund selbst aussuchen.

                Zweite Neuigkeit: Neapel wurde von einer Wahnsinns-Kaltfront heimgesucht. Das ist zwar nun schon mehrere Wochen her, aber meingottwardasschweinekalt! Von einem Tag auf den anderen fiel die Temperatur um ca. 10 Grad (und ich übertreibe hier ausnahmsweise mal nicht!), es wehte ein eisiger Wind und dazu gab’s dicke, fette Regentropfen. Nun bin ich ja wettertechnisch Einiges gewohnt. Regen nervt mich zwar tierisch, aber nach drei Jahren England hab ich mich dann doch irgendwie damit abgefunden. Auch Kälte macht mir gewöhnlich überhaupt nichts aus (im Gegensatz zu mehreren anderen Austauschschülern hatte ich eigentlich gar keine Probleme mit den –25 Grad-Tagen in Québec). Aber ganz ehrlich: Ich habe noch nie in meinem Leben so gefroren wie in der Woche vom 21. bis zum 28. Oktober. Der Grund dafür ist mir erst sehr viel später aufgegangen: Die Wohnungen hier sind so konstruiert, dass sie Kälte speichern. Fragt mich nicht wie, aber es ist so. Im Sommer ist es drinnen angenehm kühl, aber bei 7 Grad Außentemperatur und unbeheiztem Wohnraum fühlt sich jeder Schritt auf dem Steinfußboden an, als würde man auf Permafrostboden wandeln. Es würde mich nicht wundern, wenn sie irgendwann anfangen, im Keller unseres Gebäudes ein perfekt erhaltenes Mammut aus der Steinzeit freizulegen. Echt, das ist wie Leben im Mittelalter: Alles, was nicht bedeckt oder dem Feuer zugewandt ist, friert dir sofort ab. Naja, die Tatsache, dass ich mir immer noch keine Bettdecke angeschafft hatte, war natürlich auch nicht besonders hilfreich. Nachdem ich am Montagmorgen um 5 Uhr davon aufgewacht war, dass ich meine Füße vor Kälte nicht mehr spüren konnte, beschloss ich also, diesen Missstand zu beheben. Auf dem Markt in Vomero hab ich mir dann erstmal (Geld hin oder her) eine Fleece-Decke, ein Paar Oma-Hausschuhe, dicke Socken und eine Billig-Sporthose zugelegt (auf der Gesäßfläche steht fett: „ITALIA“. – Bin mir noch nicht so ganz sicher, was genau das über das Land aussagen soll…).

                Die Sporthose brauchte ich, da ich mittlerweile dreimal die Woche Sport treibe. Ja, ihr habt richtig gelesen; da waren tatsächlich die Worte „Sport“, „ich“ und „dreimal die Woche“ in einem Satz vereint. Es handelt sich hierbei um Sportstunden für Lehrer, die an meiner Schule kostenlos angeboten werden. Was soll ich euch sagen, Freunde der Sonne? Nach ca. 20 Jahren vergeblichen Suchens habe ich endlich die Sportart gefunden, die mir zusagt: Mit einer handvoll Kollegen, die mindestens 20 Jahre älter sind als ich und allesamt Rücken-, Knie- und sonstige Beschwerden haben, abends eine Stunde lang zu 80er Jahre Musik ein bisschen Aerobic-technisch abhotten. Endlich habe ich mal nicht das Gefühl, beim Sport die absolute Nullnummer zu sein.

                Andere wichtige Neuigkeiten: Ich verstehe mich mittlerweile immer besser mit den beiden anderen Sprachassistenten, Martina (die aus London, mit spanischen Eltern) und Alison (aus Orkney, dem nördlichsten Norden Schottlands). Wir waren jetzt schon mehrmals zusammen weg und können uns jedes Mal stundenlang über alles Mögliche unterhalten, und natürlich nach Herzens Lust über Schüler und Kollegen ablästern. Allerdings ist es egal, in welchem Viertel von Neapel wir unterwegs sind, irgendwer trifft garantiert seine Schüler auf der Straße. *seufz*

                Mit Alison war ich übrigens letzten Freitag auf der süßen kleinen Golfinsel Procida (siehe Fotos). Sie war mir bereits von Leonie wärmstens empfohlen worden (also, die Insel – nicht die Sprachassistentin) und natürlich hab ich schon ein paar Bilder gesehen, aber trotzdem hat dieses kleine Eiland es geschafft, meine Erwartungen zu übertreffen und mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Keine Beschreibung kann dem Eindruck gerecht werden, den diese Insel bei mir hinterlassen hat, aber wer mediterrane Postkartenidylle sucht, ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Die Insel ist gut an einem halben Tag zu Fuß erkundbar, es sind kaum Touristen da, es gibt ungefähr 3,5 Straßen, also ist es im Vergleich zu Neapel wunderbar still und man hört nur das Wasser plätschern und die Kirchenglocke läuten. *schmacht* Außerdem war das Wetter an diesem Tag wahnsinnig schön, sodass wir uns am 2. November im Trägerhemd sonnen konnten. Übrigens, als wir uns in den wunderschönen kleinen Fischerhafen begaben, hatte ich ein seltsames Gefühl von Déjà-Vu. Warum, wurde mir erst klar, als wir das Hafencafé betraten und ich ein Poster sah, auf dem einer meiner Lieblingsfilme, „Il Postino“, abgebildet war. Dieser Film, den ich vor allem wegen seiner Musik und der wunderschönen Landschaftsaufnahmen liebe, ist tatsächlich auf Procida gedreht worden. Ich wünschte, ich könnte behaupten, das sei der krönende Abschluss des Tages gewesen, aber dann bestellten wir jeder ein Eis und die ca. 30-jährige Bedienung nickte, als sie wiederkam, in unsere Richtung und fragte: „Madre e figlia?“ – Bitte was??! Mutter und Tochter??? Wahrscheinlich hat sie meinen fassungslosen Gesichtsausdruck bemerkt, da sie schnell die Frage abänderte in: „Sorelle?“ – Na gut, Alison und ich haben beide Englisch gesprochen und haben beide möchtegern-blonde Haare. Aber das war’s auch schon mit der Ähnlichkeit. Und die Mutter-Tochter-Frage hat mich echt aus der Bahn geworfen (zumal Alison noch recht jung aussieht, also ist es ziemlich klar, wen sie mit „Mutter“ meinte). *schluchz*

                Den Abend habe ich dann (wieder auf dem Festland) mit Alisons italienischer WG und einem Franzosenpärchen verbracht. „Oh, toll!“, dachte ich, als ich hörte, dass sie sich uns anschließen wollten, „dann kann ich ja endlich mal wieder Französisch sprechen und muss mir nicht wie die hinterletzte Idiotin vorkommen, weil mir ständig die Worte fehlen.“ – Sprach’s, und fing an, besagte Franzosen zuzutexten. Bis ich irgendwann merkte, dass die mich etwas verwirrt anstarrten. Und ich ins Stottern geriet. Und mir plötzlich klar wurde, dass ich lediglich dabei war, französisch-klingende Wörter aneinanderzureihen. Dass aber die Hälfte dieser Wörter italienischen Ursprungs war. Oh Gott. Mittelschwere Sinnkrise. Dabei ist Französisch doch theoretisch die Fremdsprache, die ich kann! Verdammt noch mal! Naja, nach einer Weile konnte ich mich dann doch wieder mehr oder weniger in die Sprache hineindenken, obwohl ich immer noch auf alle Fragen mit „Si“ statt „Oui“ geantwortet habe, und statt „avec“ immer „con“ gesagt habe (was auf Französisch übrigens „Idiot“ oder „Arschloch“ heißt. – Super, Emmy!).            Wie ihr wahrscheinlich an einigen ungewöhnlichen Formulierungen auf diesem Blog erkennen könnt, leidet mein Deutsch auch zusehends unter der Sprachkrise, und es passiert mir immer öfter, dass mir mitten im Unterricht das passende englische Wort nicht einfällt. Aaaargggh! Interessant an dieser Entwicklung ist, dass der Zustand anscheinend ansteckend ist: Als ich mich letztens mit Valeria unterhalten habe, fielen ihr partout nicht die passenden italienischen Vokabeln ein Wink

    La situazione Emily...

    17. Oktober 2007

     

    So, nachdem ich in letzter Zeit ein paar sehr liebe Leute sanft daran erinnert habe, dass sie doch bitte (verdammtnochmalgefälligst) mein Blog-Geschwafel lesen sollen, sollte ich vielleicht auch mal etwas Lesenswertes schreiben. Hm…leider fällt mir gerade nichts ein, also bleibt’s beim üblichen Gelaber. An alle, die zum ersten Mal auf dieser Kultseite surfen: Herzlich willkommen! Ihr werdet euren Besuch schon noch früh genug bereuen…(Und ich bitte wieder einmal, die Formatlosigkeit und Unleserlichkeit meiner Einträge zu entschuldigen. Der Schulcomputer schafft leider nichts Besseres.)

     

                Die aufmerksamen Leser unter euch (*schnarch*) werden bemerkt haben, dass ich euch im letzten Eintrag aufgefordert hatte, doch bitte für mich zu beten. Leider hatte irgendwer am letzten Freitag den Schulcomputer mit einem Fluch belegt, daher konnte ich diese Bitte nicht mehr rechtzeitig ins Netz stellen. Das sollte sich rächen. Und zwar wie folgt:

                Als ich mich im Flieger von Neapel nach Bologna in meinem Sitzplatz niederließ, hörte ich, wie das Mädel neben mir in gebrochenem Englisch mit der Stewardess kommunizierte. Ich fragte daher zögerlich: „Bist du Deutsche…?“ Sie schüttelte energisch den Kopf: „Naaaa, Österreicherin!“ Ach so, naja, immerhin deutscher Sprachraum. Von wegen. Obwohl sie eine Stunde lang ununterbrochen auf mich einredete, verstand ich maximal jedes fünfte Wort. Bitte versteht mich nicht falsch; ich habe prinzipiell nichts gegen Österreicher und finde z.B. den Akzent einer Senta Berger zum Dahinschmelzen schön, aber diese Frau war wirklich eine der nervigsten Personen, die mir je untergekommen ist. Vielleicht war die Wasserstoffperoxid-Überdosis, die sich in ihren Haaren befand, aus Versehen bis zum Gehirn vorgedrungen – ich weiß es nicht. Jedenfalls ließ sie sich durch nichts vom hirnlosen Gebrabbel abbringen – nicht einmal, als ich irgendwann verzweifelt anfing, mit vollster Konzentration die Gebrauchsanweisung auf der Kotztüte zu lesen!

                Nun ja, nach einer der längsten Stunden meines Lebens landeten wir also endlich in Bologna und ich suchte dankbar das Weite bzw. meinen Anschlussflug. Leichter gesagt, als getan. Ich wusste zwar, dass ich nur ca. 40 Minuten Zeit zum Umsteigen hatte. Was ich nicht wusste, war, dass die Security-Schlange in Bologna ungefähr dreimal so lang ist, wie an irgendeinem anderen Flughafen dieser Welt. Ich hatte mich gerade in typisch englischer Manier frustriert hinten angestellt, als aus dem Lautsprecher die Ansage ertönte: „Last call for Lufthansa flight 3975 to Frankfurt.“ Daraufhin befiel mir mein Gehirn: „Scheiß auf die englischen Wurzeln!“ und ich wurde zu einem dieser schrecklichen Menschen, die sich gnadenlos an der gesamten Schlange vorbeischieben, wobei ich mir die Wut von ca. 200 Bolognesen zuzog (- Bolognesen??! Sagt man das so? Klingt irgendwie nach Spaghetti-Soße…aber wie soll man die Einwohner von Bologna sonst nennen?). Als das rettende Metalldetektor-Tor schon zum Greifen nahe lag, stellte sich mir plötzlich ein stämmiger Amerikaner breitbeinig in den Weg und fragte bewusst langsam: „So…why are you pushing past me…?“ „Because… my flight goes in exactly ten minutes, SIR. And if you don’t get out of my way RIGHT now, I swear I will kick your arrogant arse from here to the middle of next week, SIR!“ (Der letzte Teil spielte sich zum Glück nur in meinen Gedanken ab).

                Irgendwie schaffte ich es schließlich doch noch in das Flugzeug und wir kamen mit nur leichter Verspätung in Frankfurt an. Hier erwartete mich auch schon die nächste Überraschung. Das Gepäckband lief und lief und lief und hielt an – und mein Rucksack war nirgends zu finden. Eine sehr nette Lufthansa-Dame schaute auf mein Flehen hin im Computer nach und fragte: „Hatten sie eine kurze Umstiegszeit?“ („Naja, was heißt „kurz“? Es könnte sein, dass ich den derzeitigen Weltrekord im Kurzstreckensprint mit Handgepäck gebrochen habe, aber sonst…nöö, eigentlich nicht…“). Kurze Zeit später juchzte sie entzückt: „Ja, in der Tat, ihr Gepäck befindet sich noch in Bologna. Das kommt dann morgen im Laufe des Tages hier an.“ „Das ist ja schön. Ich bin morgen im Laufe des Tages erst auf einer kirchlichen Trauung und anschließend zum Empfang auf einer Burg irgendwo in der Umgebung von Frankfurt…“ usw. Die weiteren Details unseres Gesprächs erspare ich euch an dieser Stelle. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht und getreu der alten Emmy-Lebensweisheit („Traue niemandem außer dir selbst. Du bist und bleibst auf dich allein gestellt.“) nicht nur meinen Anzug, sondern auch meine Schuhe und meine Gesangsnoten für den nächsten Tag ins Handgepäck gepackt. Sonst wäre ich dieser unschuldigen Frau wahrscheinlich an die Gurgel gegangen. Naja, so bekam ich am Ende einen exklusiven Lufthansa Kulturbeutel in die Hand gedrückt (was heute schon so alles als „Kultur“ gilt…) und machte mich auf den Weg zum Bahnhof, denn ich sollte ja bei Leonie in Mainz übernachten. Zu meiner Erleichterung strahlten mir von der Anzeigentafel der Deutschen Bahn mindestens fünf Verbindungen nach Mainz entgegen. Zu meiner maßlosen Enttäuschung stand neben jeder einzelnen: „Zug fällt aus.“ Völlig fassungslos fragte ich ein Backpacker-Pärchen neben mir, was denn bloß heute mit den Zügen (und überhaupt mit der ganzen Welt!) los sei. „Streik im Regionalverkehr“ war die lapidare Antwort. Ah so. Ja klar. Gut, dann…setz ich mich jetzt hier einfach hin und ruf Leonie an und inhaliere innerhalb von 2 Sekunden eine gesamte Tafel Frustschokolade vom Lufthansa-Flug (- die wissen genau, warum sie im Flugzeug Milka-Schokolade verteilen!).

    Irgendwann fuhr dann doch noch ein Zug nach Mainz, wo ich von Leonie und ihrem Freund Seb ganz lieb in Empfang genommen wurde – und von da an war’s dann tatsächlich ein ganz tolles Wochenende! Am nächsten Morgen traf ich mich ganz mondän mit Jenny und Daphne zum vorkirchlichen Kaffee in der Frankfurter Innenstadt und anschließend ging’s zur Probe mit dem Organisten. Ich muss gestehen, mir stockte an dieser Stelle kurzzeitig der Atem, als besagter Organist die Noten vor sich ausbreitete und mich fragend ansah: „Also, wo sind jetzt noch mal die Wiederholungen in diesem Stück? Hm…ach so… Und wie schnell ist das Original ungefähr?“ Nun gut, nachdem ich ein bisschen hyperventiliert hatte und ihn in Gedanken ein bisschen zur Sau gemacht hatte („Sie sind Organist, mein Herr. Sie haben verdammt noch mal zu wissen, was eine Coda ist!“), einigten wir uns dann mehr oder weniger auf ein gemeinsames Tempo und Hellen durfte endlich ihren Martin heiraten. Und das hat sie auch. Wir können es alle bezeugen, auch wenn man sich bis zuletzt immer wieder klar machen musste, dass das gerade wirklich passierte (Am Abend vorher hatte Leonie bereits alle 5 Minuten ihren Gesprächsfaden unterbrochen, um völlig fassungslos auszurufen: „Mein Gott, Hellen heiratet! Ich meine…sie heiratet!“, worauf ich leider nur mit einem halb-komatösen „Hmpf“ antworten konnte. Sorry, Leonie. Nächstes Mal bin ich hoffentlich wacher.). Ich fand die Trauung selbst jedenfalls sehr bewegend, habe (wie immer auf Hochzeiten) auch ein bisschen geweint – und war völlig hin und weg von Hellens Kleid. Mir fehlen immer noch die Worte für diesen Anblick.

    Nicht genug damit, dass ich Hellen auf der Stelle ihr Kleid klauen wollte, nein, ich wäre im Laufe des Tages fast zur Kindesentführerin geworden. Hellens kleiner Sohn Poldi ist nämlich sooooooo süß und lieb und goldig, dass ich ihn am liebsten unter den Arm geklemmt und mit nach Italien genommen hätte. Aber ich wollte dann doch nicht riskieren, dass Hellen wie eine Furie auf mich losgeht.

    Die anschließende Hochzeitsfeier auf der Ronneburg war jedenfalls auch sehr nett und es war einfach total schön mal wieder mit den Mädels über alles Mögliche zu reden und tatsächlich vier Exil-Bayreuther auf einem Haufen zu sehen. Ich glaube, das haben wir zuletzt vor zweieinhalb Jahren geschafft. Jedenfalls waren wir uns alle einig, dass wir uns viel zu selten sehen und dass möglichst schnell die Nächste aus unserem Kreise heiraten muss, damit sich das ändert.( – Mich braucht ihr dabei gar nicht erst erwartungsvoll angucken! Vergesst es, Leute. Daraus wird vorerst nichts.)

    Am Sonntagmorgen (bzw. Nachmittag) haben Daphne, Leonie, Seb und ich dann noch ein ausgiebiges Frühstück in Mainz genossen, bevor wir bei herrlichstem Wetter durch die Stadt schlenderten. Übrigens: Mainz = absolut sehenswert! Ich war total begeistert, was für eine schöne, entspannte Studentenstadt das ist! Hoffe jedenfalls, dass das nicht mein letzter Besuch im Land der Mainzelmännchen war… An dieser Stelle mein herzlicher Dank an Leonie und Seb, die sich das ganze Wochenende lang wirklich rührend gekümmert haben und keine Mühe gescheut haben, damit man sich bei ihnen wohl fühlt. *ich drück euch ganz feste*

    Der Rückflug (diesmal mit Gepäck!) war eher unspektakulär, außer dass ich nach dem Abschied von Leonie am Frankfurter Flughafen dann doch arg schlucken musste, um nicht in mein Lufthansa Pappbrötchen zu heulen. Dieses Wochenende hat mich natürlich erwartungsgemäß in Sachen Heimweh ein bisschen zurückgeworfen, aber das geht auch schon wieder vorbei. Allerdings befand ich mich auf dem Flug von Frankfurt über Mailand nach Neapel in einer ziemlichen Sinnkrise. Habe nämlich festgestellt, dass ich in den letzten acht Jahren an fünf verschiedenen Orten und in vier verschiedenen Ländern gelebt habe. Und ich überlege jetzt, ob mich das tatsächlich glücklich macht. Immer wieder Abschied nehmen; ständig Menschen vermissen, die mir wichtig sind; permanent am falschen Ort sein; immer nur auf die Stimmer der Vernunft hören, die mir sagt, dass ich dorthin gehen sollte, wo mir die besten Chancen geboten werden – statt wie tausend andere Menschen auch einfach da zu bleiben, wo ich mich wohlfühle und wo ich von den Leuten umgeben bin, die mir wichtig sind. Außerdem habe ich so langsam das Gefühl, überhaupt nicht mehr zu wissen, wo ich hingehöre. Allerdings weiß ich natürlich auch, dass mir, wenn ich mal für längere Zeit zu Hause bin, früher oder später die Decke auf den Kopf fällt. Hm…naja, vielleicht hänge ich jetzt noch ein paar Lehr- und Wanderjahre dran, aber allzu viele sollen’s dann doch nicht mehr werden, denn irgendwann würde ich schon gern irgendwo Wurzeln schlagen. – Letztendlich vielleicht sogar in Deutschland. Das würde ich mir jedenfalls wünschen.

    So, genug der Depri-Phase. Aus der Schule gibt’s nämlich auch wieder mal was Neues zu berichten. Und zwar geht es um meinen heißgeliebten Oberstufenkurs, mit dem ich Animal Farm durchnehme. Letzte Woche hatte ich den Schülern zum ersten Mal eine Kreativ-Hausaufgabe gegeben (sie sollten einen Tagebucheintrag aus der Sicht einer beliebigen Figur schreiben). Als ich sie nun bat, ihre Hausaufgaben vorzulesen, waren sie erwartungsgemäß schüchtern und unsicher, aber am Ende kamen ein paar sehr gute Beispiele zum Vorschein. Zwei Tage später kam ich zufällig mit der Kollegin Valeria ins Gespräch, die mir sogleich versicherte: „Also, es tut mir wahnsinnig leid, was letzten Dienstag passiert ist. Ich hab den Kurs gleich in der nächsten Stunde zur Sau gemacht, denn so geht’s ja nicht!“ „Ääh…wie geht’s nicht?“ „Tja, dass keiner die Hausaufgaben vorlesen will und dass sie sich im Unterricht so wenig beteiligen!“ „Hm…also, ich finde ihr Verhalten gar nicht mal so schlimm…“ „Nein, nein. Nettigkeit hilft da nicht weiter. Ich habe sie jetzt vor die Wahl gestellt: Entweder sie strengen sich verdammt noch mal an, oder ich setze die Fremdsprachenassistentin in einer anderen Klasse ein.“ *schluck* Mein Gott, die armen Kinder! Jedenfalls bekam ich heute von Valeria eine E-mail in die Hand gedrückt, in dem ein Mädchen sich im Namen des gesamten Kurses für die mangelnde Mitarbeit entschuldigt. Sie berichtet, dass sich der Kurs getroffen habe, um über „la situazione Emily“ zu beraten. Obwohl sie sich oft nicht kompetent genug fühlten, um auf Englisch ein derartig anspruchsvolles Programm durchzuziehen, seien sie doch zu dem Schluss gekommen, dass sie mit dem Verlust der Sprachassistentin eine große Chance verpassen würden, und dass sie in Zukunft alle menschenmöglichen Anstrengungen unternehmen werden, um den Ansprüchen des Kurses zu genügen. – Soso, bin also mittlerweile zur „Situation“ hochgestuft worden. Als ich diese Zeilen las, wollte ich Valeria einfach nur bei den Schultern packen, sie kräftig schütteln und sie flehend anbrüllen: „Bitte, bitte, nimm mir nicht meine beste Klasse weg! Ich weiß, du hast hohe Ansprüche und du willst nur das Beste für mich, und es ist himmlisch in deinen Klassen zu unterrichten, weil man nicht ständig um Aufmerksamkeit kämpfen muss, aber bitte, bitte, mach diese Kinder nicht so fertig, dass sie mich am Ende hassen!“ Mir wird immer noch schlecht bei dem Gedanken, dass ich so kurz davor war, meinen besten Kurs zu verlieren. Nun ja, mittlerweile habe ich mit Valeria noch mal in aller Ruhe darüber geredet und ihr klar gemacht, dass ich das nächste Mal gern nach meiner Meinung gefragt werden würde, bevor sie mich einer anderen Klasse zuteilt, und dass ich diesen Oberstufenkurs gar nicht mal so leistungsschwach finde. Daraufhin lachte sie mich freundlich an und meinte: „Emily, das sind doch alles nur Druckmittel. Ich will sie einfach nur ein bisschen bei der Stange halten. Kann sein, dass ich dabei ein bisschen zu streng bin. Das kommt wahrscheinlich von meinen irischen Vorfahren. Oder daher, dass meine Mutter Deutsche war...“ Einen erleichterten Seufzer konnte ich mir an dieser Stelle trotzdem nicht verkneifen. – Ach Valeria, auch ich habe einen irischen Opa und eine deutsche Großmutter und ich stehe total auf Disziplin im Unterricht, aber manchmal machst du mir wirklich Angst…

    Ein Freund, ein guter Freund...

    10. Oktober 2007

     

    Eine recht blogarme Woche liegt hinter mir, was nicht unbedingt heißen soll, dass in dieser Zeit nichts passiert ist, aber ich werde wahrscheinlich in Zukunft nicht jeden zweiten Tag bloggen, da ich merke, wie ich immer mehr zur typischen Lehrerin werde, die über nichts anderes als Schule reden kann. Ich nehme an, das wäre für den Großteil meiner Leserschaft (sprich: 2-3 Leute) eher unspannend. Daher gibt’s jetzt nur eine Zusammenfassung der letzten Tage, soweit ich mich an sie erinnern kann.

                Letzten Donnerstag habe ich mich mit Martina getroffen. Das ist eine weitere Englischassistentin, die in einem anderen Stadtteil (Mergellina, für Ortskundige) unterrichtet. Martina hat in Leeds englische Literatur studiert, kommt ursprünglich aus Nord-London und hat spanische Eltern. Sie hat nie wirklich Italienisch gelernt, schlägt sich aber bislang ganz gut mit einer Art Bastard-Spanisch durch. Ich bewundere immer Menschen, die sich ohne richtige Kenntnis einer Sprache einfach so in einen Auslandsaufenthalt stürzen. Bin da ja immer so perfektionistisch veranlagt, dass ich zumindest grammatisch Einiges draufhaben muss, bevor ich mich für länger als drei Wochen in ein Land wage. Martina hingegen scheint keine Furcht zu kennen. Jedenfalls hat sie mir von ihrem Erasmus-Jahr in Reykjavik vorgeschwärmt, was meine Begeisterung für Island natürlich noch mehr angefacht hat. Keine Ahnung, warum mich das Land fasziniert, aber irgendwann muss ich da mal hin (möglichst noch bevor der Klimawandel zu stark einsetzt). Naja, jedenfalls ist Martina sehr nett, wir haben uns gut verstanden, schön am Meer gesessen, zusammen ne Pizza gegessen, englische Bücher gekauft, über Gott und die Welt geredet und uns für morgen zum Kinobesuch verabredet (vielleicht schaff ich es sogar, sie zum Jodie-Foster-Spektakel zu überreden. Danach hätte ich allerdings wahrscheinlich eine Freundin weniger in Neapel. *seufz*).

                Das Einzige, was mir zu letztem Freitag einfällt, ist, dass ich mich tierisch über die Kollegin Barbara aufgeregt hab. Da wir zwischen den Stunden keine Pausen haben (- was ist das bloß für ein Land?!), dürfen die Schüler meistens am Anfang und Ende der Stunde einzeln mal kurz den Klassenraum verlassen. Bei Barbara dürfen sie das offenbar die ganze Stunde lang. Während ich also verzweifelt versuchte, eine einigermaßen strukturierte Grammatikstunde durchzuziehen, herrschte ein einziges Kommen und Gehen. Hatte sich ein Schüler dann endlich wieder hingesetzt, musste er sich erstmal bei allen Klassenkameraden im Umkreis von fünf Metern erkundigen, was in seiner Abwesenheit geschehen war. Und das bei den Kleinen, bei denen man sowieso schon die ganze Zeit um Aufmerksamkeit ringen muss! Thanks, Barbara. You’re a great help. Sowas planloses wie diese Frau hab ich übrigens selten erlebt. Nicht nur, dass sie grundsätzlich zu jeder Stunde mindestens fünf Minuten zu spät erscheint, nein, auf dem Weg zur Klasse fragt sie dann beiläufig: „Oh, are you coming into my class today?“ – Nein, Barbara, ich bin ein professioneller Stalker, der dir nur so aus Spaß jeden Freitag in der Schule hinterherläuft. Du hast ja bloß wie alle anderen Kollegen auch eine Kopie meines Stundenplans bekommen. Grrr. In ihrer Oberstufenklasse setzte die gute Frau dann sogar noch einen drauf. Da die Schüler ja seit Tagen immer wieder ab und an streiken (natürlich nur bei ausgesuchten Fächern oder samstags), müssen sie am nächsten Tag ihre Abwesenheit rechtfertigen. Auch dies wird gewöhnlich in den ersten fünf Minuten der Stunde geregelt. Nicht so bei Barbara. Als ich gerade eine Schülerin gebeten hatte, eine Kurzgeschichte laut vorzulesen und ein paar ihrer Mitschüler zum Zuhören ermahnt hatte, hielt es meine werte Kollegin für angebracht, von Schüler zu Schüler zu gehen und sich mit ihnen über die Rechtmäßigkeit ihrer Entschuldigungen zu streiten. Ergebnis: Kein Mensch hörte mehr der vorlesenden Schülerin zu. – Ich glaub, es hackt! Sowas macht man doch nicht unter Kollegen, oder? Zurückpfeifen konnte ich sie natürlich auch nicht, weil das ihre und meine Autorität gegenüber der Klasse untergraben hätte, aber ich musste mich schon arg zusammenreißen, um nicht einen beißenden Kommentar in ihre Richtung zu werfen („Excuse me, is my teaching interfering with your talking?“). Naja, wollen wir hoffen, dass es sich um eine einmalige Aktion handelt. – Thanks, Barbara. Good to have you on board. – Aber genug Schulgeschwafel…

                Am Sonntag stand schon wieder ein touristischer Streifzug durch Neapel an, da ich mich mit meiner Freundin Fflur getroffen habe. Fflur und ich kennen uns aus meinem heißgeliebten a cappella Chor „Absolute Harmony“, da sie seit zwei Jahren in Royal Holloway Italienisch und Französisch studiert. Nun ist auch sie bis Mai als Fremdsprachenassistentin in Benevento (ca. 1 Zugstunde von Neapel entfernt) tätig. Alle diejenigen, die jetzt annehmen, dass die „F“-Taste meines Computers hakt, muss ich an dieser Stelle berichtigen: Fflur heißt tatsächlich Fflur, wird mit doppel-F geschrieben und „Flierr“ (mit gerolltem „R“) ausgesprochen. Das ist übrigens ein walisischer Name, denn Fflur wohnt in Wales am Meer. Ihre Eltern sind allerdings Holländer, daher heißt sie mit Nachnamen Huysmans („Haösmans“ gesprochen). Und wieder einmal danke ich meinen Eltern dafür, dass die meisten Menschen in der westlichen Welt fähig sind, die Worte „Emily“ und „Oliver“ halbwegs korrekt auszusprechen. (Ende des phonetischen Exkurses)

    Es war natürlich total schön, das erste Mal seit über einem Monat wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen und wir haben uns ausgiebig ausgetauscht, über ein paar Uni-Leute abgelästert, und ein bisschen Auslandsfrust abgeladen. Nebenbei haben wir außerdem bei herrlichstem Wetter u.a. das Castel del’Ovo besichtigt und ein paar schöne Fotos gemacht (die folgen, sobald unser Internetanschluss steht. Kann sich nur noch um Jahre handeln…).

    Die restliche Woche ist sehr glatt verlaufen und ich habe in den vergangenen Tagen ausschließlich mit netten, hilfreichen Kollegen zu tun gehabt. Die Krönung kam heute in meiner Stunde mit der Kollegin Angela. Diese spricht sehr gutes Englisch, hat ein Faible für die elisabethanische Ära und wartet gespannt auf den nächsten Cate-Blanchett-Film. Leider habe ich mit ihr zusammen nur eine Stunde pro Woche beim Kleingemüse, aber die Klasse ist leistungsstark und echt süß. Auf meine Anfrage: „Okay, I need two volunteers…“ schießen z.B. gleich 20 Hände in die Höhe und jeder guckt mich flehend an, damit ich ihn oder sie doch bittebitte an die Tafel rufe. (Okay, ich sag es ganz ehrlich: Ich liebe Streber. Ich kann nichts dafür.). Nachdem ich dann schweren Herzens zwei überglückliche Kandidaten zum Verben Sortieren ausgesucht hatte und die ganze Klasse diese zwei bei der Aufgabe beraten und angefeuert hatte, machten die lieben Kinder sich sogleich daran, in absoluter Stille ihr Arbeitsblatt zu vervollständigen. Unterdessen schrieb die Kollegin Angela eifrig das Tafelbild mit, winkte mich zu sich herüber und sagte: „You’re wonderful! You’re so… active! They love you!“ *strahl* Tja, und dann erzählte sie mir noch, dass die Klasse am letzten Mittwoch einstimmig beschlossen hatte, trotz des Streiks vollständig zu erscheinen, da sie ihre Stunde mit der Muttersprachlerin nicht verpassen wollten. – Ich hätt’ sie alle knuddeln können!

    Übrigens bin ich gerade am Kofferpacken, denn übermorgen fliege ich nach Frankfurt. Am Samstag heiratet dort nämlich Hellen, meine liebe Freundin aus Bayreuth-Zeiten, also jette ich mal eben für ein Wochenende in die Main-Metropole (– hach Gott, was sind wir kosmopolitisch!). Dort treffe ich dann auch endlich wieder ein paar andere Exil-Bayreuther wieder, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, und ich könnte mittlerweile vor Vorfreude quietschen! Allerdings bekam ich gestern eine recht ungewöhnliche SMS von Hellen. Inhalt: Hättest du Lust, am Samstag „I Will Always Love You“ zu singen? … Ähm, also, im Prinzip schon…ich hatte ja sowieso vor, mir zusammen mit Leonie, Daphne und Jenny auf der Feier die Kante zu geben und irgendwann gegen 3 Uhr morgens lallend auf der Tanzfläche zu enden, wobei dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch meine sonst so streng geheim gehaltene Whitney-Houston-Liebe zum Vorschein kommen würde. Aber Hellen hatte etwas Anderes im Sinn: Zwei ihrer Freunde seien abgesprungen bzw. krank. Ob ich für sie in der Kirche singen würde. Allein gegen die Orgel. Vor allen Gästen. *schluck* Klar, so was macht man doch unter Freunden! Natürlich hab ich sofort zugesagt. Seitdem gehen mir allerdings folgende Gedanken nicht mehr aus dem Kopf: 1.) Ich bin nicht Whitney Houston. Unsere Stimmen sind sich so ähnlich wie unsere Hautfarbe. 2.) Ich habe seit Anfang Juli nicht mehr richtig gesungen, weder im Chor noch mit den Operettenleuten noch sonst irgendwie.

    Naja, heute hat mir Hellen dann per Mail die Noten geschickt. Jetzt fehlt mir nur noch ein Klavier zu meinem Glück. Dann könnte ich nämlich tatsächlich vorher noch üben. Vor Ort habe ich dann genau eine Probe zusammen mit dem Organisten. Eine halbe Stunde vor Beginn der Trauung. Hellen freut sich riesig. Laut eigener Aussage ist sie überglücklich, dass sie jetzt doch nicht auf den Gänsehauteffekt verzichten muss. Oh. Mein. Gott. Warum um alles in der Welt habe ich zugesagt? Ich bete jedenfalls, dass es die richtige Art von Gänsehaut wird. Oder dass die gesamte Kirche kurz vor meinem Auftritt einen kollektiven Hörsturz erleidet. Wenn sich Whitney bis Samstag totgekokst haben sollte, wird sie sich wahrscheinlich ein paar mal im Grabe umdrehen. Nun ja, der einzig tröstende Gedanke an der ganzen Sache ist, dass ich am Sonntag in Windeseile wieder einen Flieger besteigen, in den sonnigen Süden verschwinden kann und die meisten dieser Leute nie wieder sehen muss. Unter denjenigen, die danach tatsächlich noch den Kontakt zu mir halten wollen, werde ich wahrscheinlich zur witzigen Anekdote mutieren („Weißt du noch, damals auf Hellens Hochzeit…? Als Emmy gesungen hat…?“ *prust*). Meine Ma hat vorgeschlagen, ich solle mir doch einfach kurz vorher einen Whiskey genehmigen. Dann läuft das schon. Alternativ könnte ich mich natürlich auf den alten Ratschlag meiner Gesangslehrerin verlassen: „Also, ich hab immer am besten gesungen, nachdem ich mich übergeben hatte.“ Oder ich könnte es mit Koks probieren. Oder mal wieder inbrünstig zu Gott beten. Aber der ist grundsätzlich nicht so gut auf mich zu sprechen. Vielleicht findet sich ja da draußen in den unendlichen Weiten des Cyberspace jemand, der mich in seine Gebete einschließt. Ach, und wo ihr grad dabei seid, könntet ihr auch dafür beten, dass alle Flieger rechtzeitig starten und landen und dass mein Gepäck beim Umsteigen weder in Bologna noch in Mailand verlorengeht?

    Sollte ich Montag noch am Leben sein, werde ich selbstverständlich auch von dieser Mission berichten…