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    Sad FM - easy listening for the over-thirties...

    16. Februar 2008

     

    Zunächst das Wichtigste: Ein weiterer Valentinstag ist vorüber – und wir leben noch. Oder besser gesagt: ICH lebe noch. Schließlich geht es um das Wichtigste.

    Als gestandener Single trifft man natürlich mittlerweile seine Vorkehrungen für diesen ätzendsten aller Tage. Sprich: Ganz. Viel. Schokolade. Bei meiner Einkaufsmission zwecks Schoki-Vorratsaufstockung entdeckte ich unter anderem etwas sehr Beunruhigendes: Auf allen Nutella-Gläsern kleben neuerdings Promotion-Aufkleber mit Aufschriften wie „Für die schönsten Stunden zu zweit“. *brech. würg* (Entschuldigung… Es geht gleich wieder.)

    Also, mal ganz ehrlich. Was für Werbeleute beschäftigen diese Nutella-Fritzen eigentlich? Sehen wir mal davon ab, dass sowohl das Konzept als auch das Design alles andere als originell ist. Was für eine Zielgruppe stellen sich diese Menschen für ihr Produkt vor?? Wenn es ein Produkt gibt, das perfekt auf die Bedürfnisse frustrierter Singles zugeschnitten ist, dann doch wohl Nutella. Oder?! Glückliche Paare brauchen keinen Nutella. Und schon gar nicht am Valentinstag. Wenn doch, will ich gar nicht erst wissen, was sie damit anstellen.

    Okay, okay. Bevor das hier in eine Hasstirade gegen glückliche Paare ausartet, möchte ich eines klarstellen: Ich hab nichts gegen glückliche Paare. Es freut mich, wenn die Menschen, die mir wichtig sind, mit den Menschen, die sie lieben, glücklich sind. Aber ich habe etwas gegen einen „Feiertag“, an dem man erstens nicht frei bekommt, und der mir zweitens suggeriert, dass das Leben nur lebenswert sei, wenn man es mit seiner besseren Hälfte, tausend roten Rosen und zwanzig überdimensionalen aufblasbaren Herzchenballons verbringt. Obwohl…wo wir sowieso schon bei der Hasstirade sind: Selbst wenn ich eines schönen Tages am 14. Februar eine bessere Hälfte haben sollte, wird mir der Valentinstag wahrscheinlich trotzdem noch auf die Nerven gehen, weil er so extrem auf Heteros zugeschnitten ist. Eure Mission für nächstes Jahr: Findet eine Valentins-Werbekampagne im Fernsehen, im Internet oder in den Printmedien, die nicht (oder nicht ausschließlich) auf Heteros abgestimmt ist. Bin gespannt auf die Ergebnisse…

    Und damit ihr mich nicht für völlig humorlos haltet, folgt hier mein neuester Valentinskartenfavorit:

     

    valentines card

     

                Tatsächlich war der Valentinstag dieses Jahr gar nicht mal so schlimm, da ich ihn größtenteils in guter Gesellschaft verbracht habe. War nämlich schon zum zweiten Mal bei der Kollegin Angela zum Mittagessen eingeladen. Die ist nicht nur supernett und arbeitswillig, sondern auch eine sehr gute Köchin, d.h. ich werde im Sommer definitiv als kleines Fettklößchen nach Deutschland zurückgerollt kommen. Zu allem Unglück wohnt Angela auch noch gleich bei mir um die Ecke und wiederholt ständig, dass ich gern jederzeit ohne Einladung zum Essen vorbeikommen kann: „Wie gesagt, Emily: Wir essen sowieso jeden Tag.“ Open-mouthed

    Dieses Mal habe ich außerdem ihren Mann, Marco (Fotografielehrer!) und ihre Söhne, (Francesco: 11 und Marcello: 16) kennengelernt. Als kleines Dankeschön für das wundervolle Mittagessen habe ich anschließend Marcello bei seinen Englischhausaufgaben geholfen. Bemerkenswertes Erlebnis an diesem Tag: Ich habe das erste Mal seit Ewigkeiten (oder das erste Mal überhaupt) ein 16-jähriges männliches Wesen kennengelernt, mit dem man sich supergut unterhalten kann! Nicht, dass ich 16-Jährige nicht als vollwertige Menschen ansehen würde (obwohl man im Lehrerberuf oft stark in diese Versuchung gerät). Aber es ist einfach selten, dass man bei 16-jährigen Jungs nicht ständig das Gespräch selbst anschieben muss und  nicht irgendwie permanent das Gefühl hat, dass sie gerade viel lieber mit ihrer Playstation allein wären. Nicht so bei Marcello. Er ist zwar etwas schüchtern, aber irgendwie doch wieder sehr erwachsen und einfach unheimlich nett. Smile

                Was gibt’s noch Neues? Die liebe Kollegin Angela hat außergewöhnliches organisatorisches Talent bewiesen und arrangiert, dass ich gestern meine Lieblingsklasse nach Rom begleiten durfte und somit eine Stunde in einer meiner am wenigsten geliebten Klassen ausfallen lassen konnte. Strike! Viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom. Unserer führte um 7 Uhr morgens (uaagh! Und alle Schüler waren pünktlich da!!!) per Bus von Neapel in die ewige Stadt. Hier eine kurze Reisekostenabrechnung:

    Busfahrt: 0€.

    Reiseführerin durchs antike Rom: 0€.

    Metro: 2€.

    Mittagessen (inkl. toskanischer Rotwein): 11€.

    Strahlend blauer Frühlingstag in Rom: unbezahlbar.

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    Hier übrigens Angela und ich vorm Kolosseum:

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    Natürlich waren die lieben Achtklässler während des Ausflugs etwas überdreht und noch lauter als sonst. Und zweimal Umsteigen mit 60 Schülern mitten in Rom ist auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Aber letztendlich hat man sie dann doch irgendwie lieb – und sie mich vielleicht auch ein bisschen J

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    Andere Neuigkeiten:

    Für alle, die es noch nicht mitbekommen hatten: Ich bin neuerdings berühmt. Und wahnsinnig wichtig. Damit hat es Folgendes auf sich: An meiner Uni werden jedes Jahr für alle Musik- und Theater-Societies die „Rhoscars“ (Royal Holloway Oscars) verliehen. D.h. jedes Society-Komitee legt fünf Kategorien fest und nominiert jeweils fünf Mitglieder für diese Kategorien. Die Gewinner werden per Internetabstimmung unter den Studenten ermittelt und schließlich gibt’s einen „Black Tie Event“ mit Essen, sehr viel Alkohol und ein paar goldenen Statuen. Letztes Jahr sah das ungefähr so aus:

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    Dieses Jahr war ich also gerade mit der Internetabstimmung für meinen heißgeliebten Chor Absolute Harmony beschäftigt (man darf nämlich noch ein Jahr nach Beendigung des Studiums abstimmen), als ich nach diversen Nominierungen für besten Sänger, beste Sängerin, bestes Arrangement etc. auf die letzte Kategorie stieß:

    The Emily Oliver Award for Best Harmonian

    Soll heißen: der Preis für denjenigen, der sich im vergangenen Jahr am meisten für den Chor insgesamt eingesetzt hat. Und sie haben diese Auszeichnung nach mir benannt! Mir fehlen die Worte. Folglich musste ich Taten sprechen lassen und habe mir einen Wochenendflug nach London gebucht: 7.-10. März. Am Freitagabend gibt’s das Frühlingskonzert meines Chors, den Samstag verbringe ich wahrscheinlich mit Mutter, Schwester (evtl. deren Freund) und diversen Freunden in London, und am Sonntagabend werden dann die begehrten Trophäen verliehen. Einerseits freue ich mich tierisch darauf, meine Ex-Mitbewohner und Chorfreunde wiederzusehen. Andererseits mischt sich auch so langsam ein bisschen Angst vor dem Zurückkehren ein. Aber die wird spätestens nach dem dritten Glas Wein verfliegen. Das ist das Tolle an England: Es gibt für jedes Problem eine einfache Lösung – Tee oder Alkohol.

     

                So, ich glaub, für heute reicht’s. Heute Abend gehe ich übrigens wieder mal mit Briten und Amerikanern Pizzaessen. Mittlerweile haben Martina und ich uns so langsam auf das italienische Leben eingependelt und unsere Grenzen ausgetestet: Nie mehr als 3 Espresso pro Tag oder 5 Pizzen pro Woche.

     

    In diesem Sinne…Prost Mahlzeit!

    I'm sick and tired of always being sick and tired...

    8. Februar 2008

     

    Bevor das Geschwafel losgeht, hier ein kurzes Quiz: Aus welchem Lied stammt der Titel dieses Eintrags? Und wer singt es? War’s Shakira? Oder doch Anastacia? Und habe ich durch Erwähnung dieser zwei Namen gerade meine schlimmsten Musiksünden offenbart? Wie dem auch sei, falls ihr eine (oder alle Antworten) wisst, schreibt sie mir doch als Kommentar unter diesen Eintrag. (Zum Ausgleich vorheriger Musiksünden höre ich übrigens gerade „Pomp and Circumstance“ – und gehöre zu der Klasse Engländer, die überzeugt sind, dass „Land of Hope and Glory“ eine viel bessere Nationalhymne wäre als dieses ewig-wiederkehrende, unoriginelle „God Save the Queen/King“).

                Soviel dazu. Nun zum eigentlichen Inhalt der Titelzeile: Der Januar war aus meiner Perspektive ein Scheißmonat. Das kann ich leider nicht anders sagen. Nach meiner Rückkehr habe ich nämlich gute drei Wochen lang mit einer Erkältung gekämpft, die sich zwischenzeitlich auch noch zur Mandelentzündung weiterentwickelt hat. Zumindest ist das das Ergebnis meiner Eigendiagnose nach recht unsystematischer Internetrecherche. Frau Oliver ist sich ja schließlich zu schade, in Neapel zum Arzt zu gehen. Naja, nachdem ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, tatsächlich mal ein paar Tage schulfrei zu nehmen, stellte ich mit Erstaunen fest, wie einfach sich dieses am Liceo Alberti gestaltet. Keine Formulare, kein ärztliches Attest, kein Anruf im Sekretariat – einfach nur am Vorabend eine kurze SMS an meine Betreuungslehrerin, und schon ist der freie Tag geregelt. Manchmal liebe ich dieses formlose italienische Chaos! Dafür legen sie an anderer Stelle wieder großen Wert auf Formalitäten. Z.B. gebe ich seit neuestem nachmittags „Trinity“ Konversationsstunden, um die lieben Kinder auf eine kurze Prüfung im Mai vorzubereiten. Um für besagte Stunden am Montagnachmittag in einem leeren Schulgebäude einen Raum zugeteilt zu bekommen, brauchte ich sage und schreibe drei verschiedene Unterschriften und vier Fotokopien meines Stundenplans. Da fühlte ich mich gleich wieder wie im heimischen Deutschland.

                Trinity-Stunden an sich machen aber total Spaß, denn ich arbeite mit maximal 14 Schülern zusammen, die alle motiviert sind, Englisch zu lernen. Und ich muss gestehen, nach einem halben Jahr als Raubtierdompteur vor Klassen von ca. 30 Leuten hatte ich ganz vergessen, wie viel Spaß es macht, wenn man sich tatsächlich mal mit Schülern unterhalten und sie besser kennen lernen kann. Dafür bin ich ja eigentlich auch ausgebildet worden und hatte bloß in den letzten paar Monaten eine Unterrichtsidee nach der anderen aus dem Fenster schmeißen müssen, da sich die meisten Aktivitäten mit großen, lauten Klassen einfach nicht durchführen lassen.

                Außerdem hat mir Martina letztens zwei Privatschüler vermittelt. Marguerita und Ricardo sind 8 bzw. 9 Jahre alt und suuuupersüß. Die sind nicht nur hell im Kopf und interessiert, sondern nehmen die englische Aussprache auch viel besser an, als meine lieben Teenager. Merke: Sprachen kann man nicht früh genug lernen. Seit neuestem spielen wir also einmal die Woche Memory, machen Zootiere nach („Jump like a monkey! Roar like a lion!“), spielen Pictionary (wobei die beiden wesentlich besser zeichnen können als ich *schluchz*) und ich habe beschlossen, dass ich unbedingt mal Kinder haben will. Dieser Entschluss kam noch nicht mal letzte Stunde ins Wanken, als ich mit Ricci die Farben durchgenommen hab:

    Em: „So, tell me, what colour are my eyes?“

    Ricci: „Erm…green?…grey?…blue-grey?“

    Em: „Yes, sort of… I guess.“ (Ihm fehlte wahrscheinlich der englische Ausdruck für „dreckiges Abwaschwasser“). „And what colour is my hair?“

    Ricci: „Yellow.“

    You asked for it – you got it. Kinder und Betrunkene sagen ja angeblich die Wahrheit. Folglich habe ich gelbe Haare. Hmpf.

    Nachdem ich ein halbes Jahr lang händeringend nach Privatschülern gesucht habe, um mein mageres Comenius-Gehalt aufzubessern, hat sich übrigens seit neuestem der Schneeballeffekt bemerkbar gemacht. Alle drei Tage bekomme ich einen neuen Anruf von irgendeiner Mutter, die private Englischstunden für ihr Kind will. Somit hat sich die Zahl meiner Schüler in der letzten Woche von 2 auf 6 erhöht und so langsam weiß ich wirklich nicht mehr, wann ich diese ganzen Stunden geben (geschweige denn vorbereiten) soll. Immerhin – mi pagano.

     

    Was gibt’s sonst noch Neues? Schöne Fotos gibt’s. Von Capri. Und der roten Sonne. Die im Meer versinkt. Und so.

    Da es nämlich so wahnsinnig einfach war schulfrei zu bekommen, habe ich der Versuchung schließlich nachgegeben und mir am Ende meiner Krankheitsphase einen extra freien Tag gegönnt und zusammen mit Martina, Kim, Nathan und zwei seiner Freunde die Fähre nach Capri genommen. Ja, Emmy hat tatsächlich das erste Mal in ihrem Leben Schule geschwänzt! Im Ausland entdeckt man doch immer wieder neue Seiten an sich selbst…

    Also, was soll ich euch über Capri erzählen, Freunde? Stellt euch den schönsten Ort eurer Träume vor, macht das Wasser türkiser, den Himmel blauer und die Luft klarer, und ihr wisst im Ansatz, wovon ich spreche. Gott. Ist. Diese. Insel. Schön.

    Eccola:

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    Unter anderem haben wir die Villa San Michele besichtigt, die von dem schwedischen Architekten Axel Munthe erbaut wurde (und daher an jeder Ecke stolz Fotos vom Besuch des schwedischen Königspaars Silvia und Karl-Gustav präsentiert).

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    Außerdem gibt’s eine deutsche evangelische Kirche auf Capri. Wer hätte das gedacht?

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    Und hier ist sie – die berühmte rote Sonne:

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    (Übrigens, weiß irgendwer, wie dieser Uralt-Schlager weitergeht? Ich kenn nämlich tatsächlich nur die Zeilen:

    Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt

    Und irgendwasirgendwas lala(ähm)lalalalaaaaa…

    Ziehn die Fischer in ihren Booten aufs Meer hinaus

    Und sie werfen im weiten Bogen die Netze aus…

    Mal ehrlich, kann mir da irgendwer weiterhelfen? Bitte?! Das ist doch erbärmlich!)

     

    Des Weiteren hat unser britisch-amerikanischer Expeditionstrupp vor kurzem Herkulaneum besichtigt. Kim hatte vorgeschlagen, eine Station nach Ercolano aus der Circumvesuviana-Bahn auszusteigen, um einen tollen Spaziergang am Meer entlang bis zur Ausgrabungsstätte zu machen. Es folgte ein einstündiger Irrlauf fern jeglicher Küste und eine unerwartete Begegnung mit ein paar ortsansässigen Teenagern samt Messer. (Allerdings trug der Teenager mit dem Messer auch eine pink-farbene Jacke, was seine Gangster-Aura wieder etwas verblassen ließ.) Nun ja, schließlich kamen wir an der Ausgrabungsstätte an und genossen mal wieder ein bisschen Trümmergucken vom Feinsten:

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    Als sich die Sonne langsam ins Meer senkte und die Schatten immer länger wurden, entdeckten einige von uns zudem ein neues Hobby: Schattenspiele.

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    O-Ton, Nathan: „Hey guys, my head looks like sperm!“

     CIMG1401

    Nachdem diese ereignisvollen Expeditionen (und meine ewige Erkältung) überstanden waren, bekam ich schließlich Besuch von Sarah (aus Orvieto – sprich: Regensburg) und Marion (aus Crotone – sprich: Münster). Aufmerksame Blogleser werden sich daran erinnern, dass ich mit diesen beiden bereits Rom unsicher gemacht habe. Auch bei diesem Zusammentreffen hatte sich das Wetter leider gegen uns verschworen, aber letztendlich hatten wir nur einen Regentag und haben es somit geschafft, Ischia, die Altstadt, das Museo Archeologico Nazionale, Pompei und Napoli Sotteranea zu erkunden. Hier ein paar Eindrücke:

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    Und ganz nebenbei haben wir natürlich über alles Mögliche geredet, gestaunt, gelästert und gelacht: z.B. über das Lehrerdasein, den Mentalitätsunterschied zwischen Nord- und Süditalien, die Zukunft des deutschen Bildungssystems, die Highlights von Hape Kerkeling und Gerhard Polt, und die Herstellung von Büffelmozzarella (O-Ton, Marion: „Wie?! Es gibt weibliche Büffel???“). – Alles in allem also ein gelungenes Wochenende. Open-mouthed

     

    In der Schule läuft derweil alles wie gehabt. Ich bereite Stunden vor, einige Lehrer gucken mir beim Unterrichten interessiert zu, andere gehen 60 Minuten lang „mal eben was fotokopieren“. M-hm…schon klar. Allerdings bin ich neuerdings in der Schulhierarchie etwas aufgestiegen: Seit neuestem besitze ich einen eigenen CD-Player. – For a language teacher that’s the equivalent of a corner office! Und mit einer 8. Klasse gehe ich demnächst ins Theater, um Shakespeares „Sommernachtstraum“ anzugucken. Valeria hatte mich daher gebeten, die Schüler in den letzten paar Stunden ein bisschen in den Stoff und in die Welt des Theaters einzuführen, was ich natürlich sehr gern getan hab. Ergebnis: Ich habe es tatsächlich geschafft, italienische 14-Jährige für das englische Renaissance-Theater zu begeistern. Wieder ein Haken mehr auf der Liste meiner Lebensziele. Wink

     

    P.S.: Vor einer Weile wurde ich gefragt, was es mit dem Titel meines Blogs auf sich hat. Dieses Geheimnis soll nun gelüftet werden. Es handelt sich dabei um ein Zitat aus einem Gedicht von Elizabeth Bishop. Für alle lyrisch Interessierten folgt hier die vollständige Version:

     

    One Art

     

    The art of losing isn’t hard to master;

    so many things seem filled with the intent

    to be lost that their loss is no disaster.

     

    Lose something every day. Accept the fluster

    of lost door keys, the hour badly spent.

    The art of losing isn’t hard to master.

     

    Then practice losing farther, losing faster:

    places, and names, and where it was you meant

    to travel. None of these will bring disaster.

     

    I lost my mother’s watch. And look! my last, or

    next-to-last, of three loved houses went.

    The art of losing isn’t hard to master.

     

    I lost two cities, lovely ones. And, vaster,

    some realms I owned, two rivers, a continent.

    I miss them, but it wasn’t a disaster.

     

    - Even losing you (the joking voice, a gesture

    I love) I shan’t have lied. It’s evident

    the art of losing’s not too hard to master

    though it may look like (Write it!) like disaster.